Pflegedienst Brüel

Patientencompliance – Schlüssel zum Erfolg!

14.11.2012 - 16:11

Wussten Sie, dass nur etwa 20% aller Patienten die verordneten Rezepte in der Apotheke einlösen, circa 50% aller Medikamente gar nicht oder falsch angewendet werden und dass nur 30% der Patienten sich an die Empfehlungen ihres Arztes halten?

In der Medizin bezeichnet man „Compliance“ als die Bereitschaft und Kooperation zur Mitarbeit. Kooperatives Verhalten im Rahmen einer Therapie und die Einhaltung der Medikation sind vor allem bei Patienten mit chronischen Erkrankungen nicht immer selbstverständlich. Die mangelnde oder gar fehlende Bereitschaft eines Patienten zur Kooperation bei einer Therapie kann weitreichende Folgen haben.

Nicht nur die Einnahme von Medikamenten steht dabei im Vordergrund, sondern auch die Durchführung von Maßnahmen wie die regelmäßige Messung des Blutzuckers bei Diabetes (Zuckerkrankheit) oder regelmäßige Bewegung im Rahmen eines Therapieplanes.

Was sind die Gründe dafür? Was können Patienten selbst, deren Angehörige und behandelnde Ärzte für eine bestmögliche Compliance tun?

Zunächst muss erwähnt werden, dass die Gründe für eine fehlende Kooperation nicht immer nur auf Seiten der Patienten selbst gesucht werden sollte. Auch Ärzte mit einem „veralteten“ Patientenbild können in nicht ganz unerheblichem Maße dazu beitragen, dass aufgrund des schlechten Arzt-Patienten-Verhältnisses der Patient bei der Behandlung und Therapie kein kooperatives Verhalten zeigt.

Befragungen zeigen, dass mehr als 85% der Patienten, entgegen den Erwartungen ihres Arztes, ausführliche Informationen zu Risiken und Nebenwirkungen, aber auch zu schlechten Prognosen, von ihrem Arzt erwarten.

Die genaue Aufklärung des Arztes über die Erkrankung und bevorstehende Therapie steht somit am Anfang der Kette, die die Patientencompliance stören und beeinträchtigen können. Auch Therapiefehler wie beispielsweise eine falsche Medikamenteneinnahme können nur durch genaue individuelle Aufklärung des Patienten oder auch der Angehörigen verringert werden.

Wenn es darum geht, seinem Arzt eine gute Mitarbeit vorzugaukeln, können Patienten durchaus erfinderisch sein. Die Medikamente werden dann zum Beispiel nur einige Tage vor dem bevorstehenden Arztbesuch eingenommen. Zwischen den Arztterminen gehen viele Patienten eher sehr „schluderig“ mit ihrer regelmäßigen Medikation um. Vor allem bei chronischen Erkrankungen, die zunächst einen recht geringen Leidensdruck im Alltag mit sich bringen. Bei einem beginnenden Diabetes erinnern weder Schmerzen noch sonstige Beschwerden daran, dass man krank ist.

Nach Diagnosestellung und erfolgter Aufklärung durch den Arzt können Angehörige einen wichtigen Beitrag bei der Beständigkeit der Compliance des Patienten leisten. Dabei können beispielsweise eine Medikamenteneinnahme oder die Blutzuckermessung in den gemeinsamen Alltag integriert werden und somit nicht versehentlich in Vergessenheit geraten.

Im Allgemeinen gilt, je schmerzhafter und lebensbedrohlicher eine Erkrankung ist, umso besser ist die Compliance des Patienten. Bei schwerstkranken Patienten können jedoch aufgrund fehlender Hoffnung und Depressionen jeglicher Antrieb und die Einsicht für die Medikamenteneinnahme schwinden.

Die Folgen fehlender Mitarbeit zum Erreichen des Therapieziels sind den meisten Patienten nicht bewusst.

Stehen Arzt und Patient in einem stimmigen Verhältnis zueinander, können Fragen und Probleme in direkten Gesprächen geklärt werden. Oftmals müssen die Gründe für oder auch gegen eine bestimmte Therapie dem Patienten erklärt werden: Welche Alternativtherapien gibt es und wieso ist die eine oder andere für ihn unter Umständen besser oder auch besser nicht geeignet?

Vor allem sollte der Patient klar über die Folgen eines Therapieabbruchs aufgeklärt werden. Wenn Beschwerden und Schmerzen aufgrund einer Langzeitbehandlung ausbleiben, muss der Arzt seinen Patienten über die Folgen des Therapieabbruchs genau informieren.

Bedenken Sie, dass Sie zu keiner Zeit die Verantwortung Ihrer Gesundheit an ihren Arzt abgeben können! Zwar verordnet dieser Ihnen Medikamente – mit dem Rezept haben Sie jedoch den Therapieerfolg wirklich in Ihrer Hand!

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Arzt und Patient ist die Basis und damit der Schlüssel zum Erfolg!

Quellen:
  • http://www.tk.de/tk/krankheiten/mitarbeit-des-patienten/mach-mit-bleib-dran/26232
  • http://flexikon.doccheck.com/de/Patientencompliance

Autor: Sindy Meding-Rösner - pm pflegemarkt.com GmbH

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